Niemand plant, diese Seite zu brauchen – genau deshalb gibt es sie. Die Angaben unten wurden zum Zeitpunkt der Erstellung, Juli 2026, anhand offizieller Quellen geprüft; Telefonnummern und Dienstpläne ändern sich, deshalb sind die offiziellen Links überall dort angegeben, wo es darauf ankommt. Nichts hiervon ersetzt ärztlichen Rat.
Im Notfall: 112
Eine Nummer für alles: Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr und Seenotrettung, kostenlos von jedem Telefon, rund um die Uhr. Die 112-Leitstelle der Kanarischen Inseln antwortet auf Spanisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch, mit Dolmetschern für Dutzende weitere Sprachen. Rufen Sie sie bei Brustschmerzen, Schlaganfallzeichen, Atemnot, starken Blutungen oder Bewusstlosigkeit, nennen Sie zuerst Ihren Standort (Straße und Urbanisation; der Ort ist Puerto de Santiago, Gemeinde Santiago del Teide) und bleiben Sie in der Leitung. Auf dem Wasser funktioniert die 112 ebenfalls; die direkte Nummer der Salvamento Marítimo ist 900 202 202, Boote nutzen UKW-Kanal 16.
Wo die Krankenhäuser tatsächlich liegen
- Nächste 24-Stunden-Notaufnahme (privat): Hospital Quirónsalud Costa Adeje in San Eugenio (rund 25–30 Minuten), ohne Voranmeldung, für Erwachsene und Kinder. Hospiten Sur in Playa de las Américas (etwa 30–35 Minuten) ist die alteingesessene, auf Urlauber ausgerichtete private Notaufnahme, mehrsprachig und an die direkte Abrechnung mit Reiseversicherern gewöhnt.
- Nächste öffentliche Notaufnahme: Hospital del Sur bei El Mojón, Arona (rund 35–40 Minuten) – eine vollwertige 24-Stunden-Notaufnahme für Erwachsene und Kinder, die pro Jahr rund sechzigtausend Notfallpatienten behandelt. Die großen Referenzkrankenhäuser der Insel (La Candelaria, HUC) liegen über eine Stunde entfernt; in den schwersten Fällen entscheidet der Rettungsdienst, wohin Sie gebracht werden.
- Außerhalb der Sprechzeiten in der Nähe: Die Los Gigantes am nächsten gelegene öffentliche Nacht-Urgencias-Stelle ist in Alcalá (abends bis zum Morgen), tagsüber gibt es eine Notfallsprechstunde im Gesundheitszentrum von Guía de Isora – im Zweifel aber rufen Sie die 112, statt vor einer verschlossenen Tür zu stehen.
EHIC und GHIC: was sie wirklich abdecken
Die EU-EHIC und die britische GHIC geben Ihnen Anspruch auf medizinisch notwendige staatliche Behandlung zu denselben Bedingungen wie für Einheimische, das heißt nur im öffentlichen System: in der örtlichen Hausarztpraxis (in der Calle El Herrador in Puerto de Santiago gibt es ein kleines Consultorio, also eine Arztpraxis, keine Notfallstation) und in öffentlichen Krankenhäusern wie dem Hospital del Sur. Bringen Sie die Karte und zusätzlich Ihren Reisepass mit. Sie deckt nicht die Privatkliniken ab, die an der touristischen Küste dominieren, Medikamente gibt es nur gegen Zuzahlung, und eine Rückholung ist nicht enthalten, weshalb eine Reiseversicherung auch für EU-Bürger unverzichtbar bleibt; in einer privaten Notaufnahme müssen Sie ohne sie mit Vorkasse rechnen.
Apotheken – Ihre erste Anlaufstelle für die kleinen Dinge
Spanische Apotheker behandeln kleinere Beschwerden mit echter Kompetenz, und viele Medikamente, die anderswo hinter Rezeptpflicht verschlossen sind, gibt es hier frei über den Tresen (Antibiotika offiziell nicht). Vor Ort: Es gibt eine Apotheke in der Calle Flor de Pascua in Los Gigantes selbst, eine weitere an der Avenida V Centenario in Puerto de Santiago mit langen Öffnungszeiten an Werktagen. Die nützlichste zum Merken liegt an der Playa de la Arena, geöffnet an wirklich jedem Tag, auch sonntags. Nachts sind die Apotheken geschlossen, doch ohne stehen Sie nie da: Sie wechseln sich mit dem Offenhalten ab, sodass zwischen Santiago del Teide und Guía de Isora immer eine Apotheke Notdienst hat – welche, ändert sich von Tag zu Tag. Im Schaufenster jeder Apotheke hängt die heutige Notdienst-Adresse aus, und der vollständige Dienstplan steht unter coftenerife.es.
Sie reisen mit Dauermedikation? Nehmen Sie mehr mit, als Sie brauchen, in der Originalverpackung und mit einer Kopie des Rezepts oder einem Schreiben Ihres Arztes. Geht der Vorrat doch aus, rechnen Sie mit einem Zwischenschritt: Ein EU-Rezept, das die grenzüberschreitenden Vorgaben erfüllt, kann in der Apotheke direkt akzeptiert werden, doch die meisten Besucher (Briten eingeschlossen) brauchen zuerst einen Arzt vor Ort, der ein spanisches Rezept ausstellt: in einer Privatklinik (etwa €50–100, Englisch wird gesprochen, Stand Juli 2026) oder mit EHIC/GHIC als vorübergehender Patient im öffentlichen Gesundheitszentrum von Puerto de Santiago. Eine wichtige Ausnahme sind kontrollierte Medikamente wie Opioide, Schlafmittel, Benzodiazepine und ADHS-Präparate, die hier kaum neu verschrieben werden – packen Sie dafür Ihren gesamten Vorrat und ein ärztliches Attest ein.
Die kleinen Dinge, kurz gefasst
- Sonnenbrand – Schatten, kühle Duschen, After-Sun und Wasser; die Westküste ist die heißeste Ecke der Insel, und Kinder verbrennen auch bei Bewölkung.
- Quallen – raus aus dem Wasser, mit Meerwasser spülen (niemals Süßwasser), nicht reiben; danach zum Rettungsschwimmer oder in die Apotheke, bei Atemnot die 112.
- Seeigel – ein Klassiker beim Einstieg über Felsen: Pinzette für sichtbare Stacheln, ein heißes Wasserbad gegen den Schmerz, desinfizieren – und zum Arzt, wenn Stacheln tief sitzen.
- Zahnschmerzen: In Los Gigantes und Puerto de Santiago gibt es mehrsprachige Zahnkliniken, die mit Notfallterminen werben; rufen Sie vorher an.
Foto: Ronny Siegel, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
